Willkommen bei Abo als Leben!

Bald erhältlich: "Punkrock Hooliganz" - Der dritte Teil der Connewitz-Saga bei der EditionPaperOne.

... Steingrim Knaute kam sich vor wie eine Bratwurst auf dem Grill: Unter ihm züngelten die Flammen und krochen wie tänzelnde Schlangen an seinen Beinen empor. Der giftige Qualm schnürte ihm den Hals zu, seine Zunge fühlte sich an, als riebe sie an einem Stück Sandpapier, und bald, so befürchtete er, würde er ohnmächtig werden. Was für ein Ende! So war es unzähligen Frauen ergangen, die man der Hexerei beschuldigt hatte und jetzt passierte auch ihm dieser Schrecken! Und Jauche – der feige Hund – legte unaufhörlich Holzscheite ins Feuer! Steingrim kochte fast mehr vor Wut als vor Hitze. Das Blut in seinen Adern schäumte wie aufgeschlagene Sahne, es roch sogar schon nach verbranntem Haar! Langsam wurde die Sache brenzlig, auch die Leute in den ersten Reihen vor ihm bekamen ganz große Augen. Seine Hände waren an einem vier Meter hohen Pfahl gefesselt, nur wenige Meter neben dem Connewitzer Kreuz und Tausende Schaulustige verfolgten das Spektakel seiner Hinrichtung – der ersten seit Hunderten Jahren in Leipzig. Er erkannte viele Gesichter in der Menge, sogar Thomas und Willy glotzten, wenn sie nicht gerade an ihren Bierflaschen nuckelten. So eine Hitze!

Die Luft strömte wie ein glühend heißer Wüstenwind an seinem Körper empor, die Haare peitschten ins Gesicht, die Augen tränten. Weiter hinten erkannte Steingrim wie durch einen glasigen Schleier den Betreiber des Zeitungskiosks vom Kreuz, der feixend auf den Scheiterhaufen deutete. Bei dem kaufte Steingrim regelmäßig seinen Tabak! Gefiel es ihm, dass er wie eine Folienkartoffel geröstet wurde...